
Mit unserer Arbeit in der Schule leisten wir nicht nur einen kleinen Beitrag, um die Lernbedingungen der Kinder vor Ort zu verbessern.
Für uns ist es gleichzeitig die Möglichkeit, Menschen und ihre Lebensumstände in diesem Land, jenseits der geschützten Mauern unserer Unterkunft Pearlcrest, kennenzulernen.
Zum Beispiel John.

In den ersten Tagen war er für uns nur der „Tomatenmann“. Jeden Tag steht er mit seinem Fahrrad und einer großen Kiste Tomaten auf dem Gepäckträger auf dem Schulgelände und schaut interessiert zu, was wir so treiben, bevor er sich auf den Weg macht, um seine Tomaten zu verkaufen.

Anfangs wunderten wir uns, dass er immer auf dem Schulhof auftauchte, bis wir verstanden, dass er hier wohnt.
Die winzig kleine Hütte in einer Ecke des Grundstücks, die nach unseren Maßstäben maximal als ein in die Jahre gekommener Schuppen durchgehen würde, ist sein zu Hause.

Die etwa 10 Quadratmeter sind alles: Schlafplatz, Tomatenlager und Abstellplatz für sein Fahrrad.
Strom und Wasser? – Fehlanzeige!
Eine an der Mauer befestigte Kordel dient als Kleiderschrank. Eine alte Schaumstoffunterlage auf dem Boden ist sein Bett, darüber ist notdürftig ein Netz befestigt, um sich vor den Moskitos zu schützen. Wegen der Tomaten, die er in der Hütte lagert, gibt es besonders viele Tiere in der Hütte, erzählt er uns. Sein Fahrrad ist wahrscheinlich sein größter Besitz und gleichzeitig seine Existenzgrundlage.

John hat eine Frau und 7 Kinder, 4 Söhne und 3 Töchter zwischen 7 und 20 Jahren.
Aber seine Familie lebt nicht bei ihm in Garuga, sondern über 100 km entfernt. Hier hat er die Möglichkeit, ausreichend Geld zu verdienen, um seine Frau und die Kinder zu versorgen, aber er kann es sich nur alle zwei bis drei Monate leisten, seine Familie zu besuchen.
Am Ende unseres Gesprächs kann er es sich nicht nehmen lassen, uns als Dank für unsere Arbeit ein paar seiner Tomaten zu schenken.
Unser Arbeitstag in der Schule verlief wie gewohnt – neue Details dazu gibt es morgen.